Elternlos-Forum
Eine Lichtung, auf der man verweilen, sich finden und austauschen kann.
 
 FAQFAQ   SuchenSuchen   MitgliederlisteMitgliederliste   BenutzergruppenBenutzergruppen   RegistrierenRegistrieren 
 ProfilProfil   Einloggen, um private Nachrichten zu lesenEinloggen, um private Nachrichten zu lesen   LoginLogin 

8 Tage nach dem "Fund" meiner Mama
Gehe zu Seite 1, 2  Weiter
 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Elternlos-Forum Foren-Übersicht -> Verlust der Mutter
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
Janinewgnr



Anmeldedatum: 21.10.2012
Beiträge: 7

BeitragVerfasst am: 21.10.2012, 15:31    Titel: 8 Tage nach dem "Fund" meiner Mama Antworten mit Zitat

Hallo...
ich bin 21 und meine Mama war Alkoholkrank. Jedoch im Moment trocken und auf Therapie..

Vor 8 Tagen stand die KRIPO vor der Tür und teilte uns mit das meine Mama heute tot in der Badewanne ihrer Wohnung gefunden worden sei. Sie war wohl schon 10 Tage tot da drin gelegen.
Man weiß bis jetzt noch nicht was passiert ist, geht aber nicht von Selbstmord oder Fremdeinwirkung aus. Die Ungewissheit macht mich fertig.

Ich liege nun seit dem 12. Oktober nur in meinem Zimmer und kann nichts essen. Ich mache mir die größten Vorwürfe.. Hätte ich sie doch öfter besucht, sie öfter angerufen.. einfach mehr Kontakt mit ihr gehabt. Ich weiß nicht mehr weiter. Ich habe schon überlegt mein Studium abzubrechen und den Job zu kündigen. Ich weiß wirklich nicht mehr weiter..
Hört das irgendwann wieder auf? Oder was kann ich tun, damit ich wieder "einen Sinn" im Leben seh?

Danke für die Hilfe
Janine
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
K-K



Anmeldedatum: 15.01.2011
Beiträge: 102

BeitragVerfasst am: 01.11.2012, 18:22    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Janine,

tut mir wirklich sehr Leid, was bei dir passiert ist!
Weißt du mittlerweile mehr, was genau geschehen ist?
Nimm dir die Zeit, die du brauchst. Ich denke, da haben jetzt alle Verständnis für!

Liebe Grüße und fühl dich gedrückt
Ich wünsche dir viel Kraft
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Janinewgnr



Anmeldedatum: 21.10.2012
Beiträge: 7

BeitragVerfasst am: 04.11.2012, 13:36    Titel: Antworten mit Zitat

Ja man weiß mittlerweile was passiert ist. Suizid. In ihrem Magen wurden 25 Tabletten gefunden. Vom Arzt waren 3 pro Tag verordnet. Keiner hat damit gerechnet. Nicht mal die Polizei. Man hat nicht einmal einen Abschiedsbrief gefunden.
Es ist einfach so unverständlich und irreal. Ich weiß nicht wie ich damit umgehen soll und was ich denken soll. Als ich das letzte mal mit ihr telefoniert habe, haben wir uns noch mit "bis bald!" verabschiedet. Sie hatte noch so viel vor gehabt. So viele Pläne. Ich wollte sie doch noch besuchen...
Ich mache mir so viele Vorwürfe.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
K-K



Anmeldedatum: 15.01.2011
Beiträge: 102

BeitragVerfasst am: 04.11.2012, 13:58    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Janine,

das klingt wirklich nach einem sehr schlechten falschen Film! Tut mir echt so Leid! Das kann man sich gar nicht vorstellen...
Vielleicht war der Tod wirklich nicht von ihr geplant. Vielleicht hatte es mit einem Alkoholrückfall zutun oder sie hat versucht ihren Drang nach Alkohol mit den Tabletten zu kompensieren? Kann man wahrscheinlich jetzt nicht mehr herausfinden...
Wie kommt dein Vater damit klar? Hat er sie während der Alkoholkrankheit mit unterstützt?

Ich wünsche dir alles Gute und viel Kraft
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Janinewgnr



Anmeldedatum: 21.10.2012
Beiträge: 7

BeitragVerfasst am: 13.11.2012, 21:13    Titel: Antworten mit Zitat

Meine Eltern sind seit 2006 geschieden. Aber er hat bis zum Schluss um sie gekämpft und sie unterstützt.. Am 10.11. war jetzt erst die Beerdigung. Aber mir geht es immernoch genau so scheiße wie am Anfang. Ich habe mittlerweile ein leichtes Antidepresdivum verschrieben bekommen, aber das hilft nicht wirklich. Man wird nie erfahren wann es genau passiert ist und vor allem warum. Es ist alles immernoch so unvorstellbar sie nie mehr zu sehen...
Ich hab das Gefühl ich überstehe das nicht...
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
K-K



Anmeldedatum: 15.01.2011
Beiträge: 102

BeitragVerfasst am: 13.11.2012, 21:19    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Janine,

ich kann mir vorstellen, wie schwer das für dich ist. Und dass es dir immernoch schlecht geht ist auch vollkommen nachvollziehbar.
Lässt du dich psychologisch betreuen? Ich würde dir das empfehlen.

Viele Liebe Grüße und eine Umarmung
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Janinewgnr



Anmeldedatum: 21.10.2012
Beiträge: 7

BeitragVerfasst am: 14.11.2012, 21:44    Titel: Antworten mit Zitat

Nein, noch nicht... bis ich da nen termin bekomme ist wahrscheinlich schon alles vorbei. ich weiß auch nicht ob das mir hilft, ich meine da muss ich ja alleine durch. ich hab einfach das gefühl, dass mich niemand versteht...
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
K-K



Anmeldedatum: 15.01.2011
Beiträge: 102

BeitragVerfasst am: 14.11.2012, 22:02    Titel: Antworten mit Zitat

Kenn das. Hab auch immer gedacht, ich muss da alleine durch. Aber ich denk mir die Therapeuten kennen sich aus und erleben sowas öfters.
Hast du denn gute Freunde, die dir zur Seite stehen?

Liebe Grüße
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Janinewgnr



Anmeldedatum: 21.10.2012
Beiträge: 7

BeitragVerfasst am: 07.01.2013, 21:59    Titel: Antworten mit Zitat

Es ist jetzt schon so viel Zeit vergangen. aber es ändert sich einfach nichts. ich habe mittlerweile fast 10kg abgenommen weil ich einfach keinen hunger habe. ich bin in therapie, weiß aber nicht wirklich ob mir das hilft.

ich merke immer öfter das ich auf der suche nach meiner mama bin. ich möchte wissen wo sie ist. ob es ihr gut geht. ich kann sie einfach nicht finden.
mir schwirren 100 ungeklärte fragen durch den kopf. ich weiß langsam nicht mehr weiter. mir fehlt die kraft weiter zu leben. manchmal denke ich es wäre vielleicht besser wenn ich auch sterben würde. meinen papa interessiert das alles gar nicht. das tut so weh. ich habe das gefühl ich bin ganz alleine auf dieser welt. alles zieht an mir vorbei und ich komme gar nicht hinterher. ich habe das gefühl ich sterbe jeden tag ein wenig mehr...
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
K-K



Anmeldedatum: 15.01.2011
Beiträge: 102

BeitragVerfasst am: 26.01.2013, 20:46    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Janine,

ich kenne das, wenn man keinen Appetit hat, weil es einem so schlecht geht.
Vielleicht kannst du einen Podest bei dir im Zimmer aufstellen, auf dem du Fotos und Erinnerungsstücke von ihr legst? Einen Platz im Zimmer, der ihr und dir zusammen gehört?
Ich hoffe, du hast gute Freunde, die dir in dieser schweren Zeit ein bisschen helfen können, auch wenn sie nicht dasselbe wie du erlebt haben.
Vielleicht würde es dir helfen, dir Ziele im Leben zu setzen. Was würde deine Mutter und dich freuen, was du noch hier und jetzt im Leben erreichen und erleben könntest?
Ich finde es selbst auch sehr schwer mit dem Tod geliebter und nahestehender Menschen umzugehen...

Liebe Grüße
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Janinewgnr



Anmeldedatum: 21.10.2012
Beiträge: 7

BeitragVerfasst am: 11.11.2014, 14:50    Titel: Über 2 Jahre her... Antworten mit Zitat

Es sind nun fast 2 Jahre und 1 Monat vergangen seit dem ich es erfahren habe... Es ist so unfassbar viel passiert in der Zeit.

Der erste Schritt, den ich gemacht habe, war von zuhause auszuziehen. Weg von meinem Papa und meinem Bruder. Sie haben mir nicht gut getan in dieser Zeit. Ich habe mich gefühlt, als wäre ich die einzige, die Mama vermisst. Also dachte ich dass es besser wird wenn ich ausziehe.
Es war total schlimm in meiner ersten eigenen Wohnung. Der Gedanke, dass Mama niemals meine Wohnung sehen wird, hat mich fast umgebracht. Aber dennoch war es besser, weg von Papa und meinem Bruder zu sein.

Im Juni 2013 musste ich in eine Geschlossene. Es war so schlimm. Ich wollte einfach nicht mehr leben und Papa hat sich Sorgen um mich gemacht. Nach einer Woche da drin wollte ich unbedingt wieder nach hause. Also hat mein Papa mich abgeholt. Danach dachte ich dass ich das alleine irgendwie hinbekomme. Ich dachte ich habe nur die Abschreckung dieser Klinik gebraucht. Naja, wieder zuhause war alles wie vorher.

Ich fing an mich schlimm selbst zu verletzen, zu trinken und Drogen zu nehmen. Ich wollte mich selbst einfach nicht spüren. Wollte einfach nicht da sein. Ich verlor meine Arbeit. Dann war alles mies.

Im Juli 2013 wurde ich nochmal in eine Psychosomatische Klinik eingewiesen. Mehr oder weniger freiwillig. Ich habs aus 2 Gründen gemacht. Einmal, für meinen Papa und für meinen Bruder, und 2. in der Klinik war meine Mama auch.
Naja in der Klinik war ich 3 Monate lang. War schon ein bisschen gut. Und für die erste Zeit nach der Klinik wars auch gut. Ungefähr 3 Wochen, dann ging alles von vorne los. Aber schlimmer.
Ich habe mich von meinem Freund getrennt, indem ich einfach von heute auf morgen in eine 100 km entfernte Stadt gezogen bin in der ich niemanden kannte. Ich hab niemanden was davon erzählt. Ich dachte ich kann damit alles hinter mir lassen und neu anfangen. Tja, falsch gedacht. Probleme, Gedanken und Sorgen kann man nicht einfach hinter sich lassen.

In der neuen Stadt wurde es natürlich nicht besser. Keine Menschen die ich kannte, kein Job, kein Geld. 9 Monate lang nur in einer kleinen abgeranzten Bude. Da gabs nur mich, meinen Hund und viiiiel Alkohol.
Dann kam aber der Knackpunkt, der Punkt an dem mir alles so klar wurde.
WARUM HABE ICH DAS ALLES GEMACHT???
Ich wollte das Leben meiner Mama leben. Ich habe genau die gleichen Dinge getan die meine Mama gemacht hat, als sie bei uns ausgezogen ist. Ich wollte ihr nah sein.
Als mir das alles klar wurde bin ich wieder in die Gegend meines Papas gezogen.

Das ist jetzt 6 Monate her.

Mittlerweile kann ich sogar schon ab und zu sagen dass es gute Tage gibt. Oder aussprechen: Es geht mir heute gut. Das ging überhaupt nicht. Da bin ich ziemlich froh drüber.

Es gibt aber immernoch so so so viele schlimme Tage mit Nervenzusammenbrüchen. Dann denke ich immer ich schaffe es doch nicht. Diese Zusammenbrüche dauern immernoch 2-3 Stunden. Dann liege ich auf dem Boden, kann mich nicht bewegen und habe Heulkrämpfe. Ich schreie und weine so lange bis mir der ganze Körper weh tut. Und am nächsten Tag hab ich davon Muskelkater.

Die Selbsverletzung und das Trinken sind auf jeden Fall weniger geworden.

Ja, so viel ist passiert. Aber ich vermisse Mama immernoch genau wie am ersten Tag. Und es ist immernoch so irreal das ich sie nicht mehr wieder sehe...
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
verweht



Anmeldedatum: 27.01.2012
Beiträge: 121
Wohnort: germany

BeitragVerfasst am: 12.11.2014, 01:03    Titel: Antworten mit Zitat

Ich steh gerade an dem Punkt, wo es irgendwie weitergeht. Es hat 8 Jahre gedauert, bis ich aus diesem Koma aufgewacht bin, die Zeit anhalten zu wollen um nichts von dem zu verlieren, was früher mal war.
Es klingt bescheuert, aber ich habe 8 Jahre gebraucht um überhaupt zu realisieren, was passiert ist.
Ich habe mich auf andere Weise betäubt, ich habe krampfhaft funktioniert und so bescheuertes Zeug gemacht, wie am Abend mal schnell mit dem Fahrrad 30 km fahren bis zum Zittern durch Unterzucker. Oder ich war so Banane, daß ich beim Sportklettern in der Wand vergessen habe, die Sicherungen ein zu hängen. Manches leichtere Zeug bin ich ohne Seil gestiegen, so: "Ihr schafft mich alle nicht".

Ich kann Dir sagen, was mir geholfen hat: Lerne diese Zusammenbrüche "kontrolliert" zuzulassen. Wenn sie kommen, nimm sie hin und kämpfe nicht gegen den Schmerz. Der Zusammenbruch ist ein Blitzableiter. Schwüle Luft ist unerträglicher als der Zustand nach dem Gewitter.

Mir hat auch das Sturztraining gut getan: Einfach 5 oder 6 Meter freier Fall und dann ins Seil rauschen. Dieses buchstäbliche Loslassen lernen. So hab ich angefangen, und ich steh noch am Anfang, mit diesem Gefühl um zu gehen, im Leben vollkommen alleine vor Abgründen zu stehen, und erst mal nur Angst statt Panik zu bekommen.
Und Heulen ist ganz wichtig. Mir tuen diese Zusammenbrüche gut, wenn ich manchmal einen Song höre, dann wird mir alles so klar und bewußt, was passiert ist, und dann lass ich es passieren. Danach geht es mir besser.
Such Dir irgendwas, wo Du diesen Druck im "gesicherten Rahmen", meinetwegen mit geprüfter Schutzausrüstung "abfahren" kannst.

Das Vermissen und das Irreale wird nie weggehen, ich werde die Bilder aus den Krankenhäusern und dem Leichenhaus auch nie wieder aus dem Schädel bekommen. Ich habe meine Mutter selber eingesargt und wie sie aussah… . Ich habe Halluzinationen geschoben dabei, das war nur surreal. Das sind absolute Extremsituationen. Und auch wenn Dir die Leute, die überhaupt nicht wissen, was Extrembelastungen seelischer Art sind, das vielleicht vermitteln, daß Du Dich beherrschen sollst: Diese Erfahrungen und Bilder und Gefühle sind da, und Du mußt lernen, sie zuzulassen. Dann brauchst Du Dich nicht betäuben, keine Drogen und so. Du weißt was passiert und kannst Dir innerlich sagen: Ich falle jetzt , so what LMAA. Das ist für das Selbstbewusstsein gar nicht so schlecht. Innerlich kannst Du Dir sagen: Ich kann es zulassen und damit umgehen. Wer von den Normopathen kann das schon ?

Und die guten Tage, bau die aus. Und nimm das, was Dir gut tut, ohne Rücksicht auf irgendwas oder irgendjemand.

Und nimm Dir auch alle Zeit, die Du brauchst. Was hilft es, zu arbeiten, oder zu studieren, wenn Du dazu nicht in der Verfassung bist. Auch wenn die "Welt" gemeinhin wenig Verständnis aufbringen wird, aber es geht um Dich und Deine Person und nicht um das Sich - Verbiegen nur um irgend ein Schema zu bedienen, oder eine äußere Erwartungshaltung, die diffus und perfide sein kann.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
K-K



Anmeldedatum: 15.01.2011
Beiträge: 102

BeitragVerfasst am: 12.11.2014, 20:08    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Janine,

jeder geht seinen "Trauer"-Weg auf seine Weise. Die erste Zeit habe ich auch mit am Schlimmsten und Emotionalsten empfunden. Es brennen erstmal alle Sicherungen durch und auch ich hatte Selbstmordgedanken. Man empfindet so, als ob man alleine ist mit seiner Trauer. Mit Familienmitgliedern kann man nicht reden.
Ich finde es mutig von dir, dass du schon so viel unternommen hast um dich psychisch mit der Sache auseinanderzusetzen.
Ich glaube auch, dass diese ganzen ungeklärten Fragen eines deiner Hauptprobleme sind, mit der Situation "abschließen" zu können.
Dass du deine Arbeit verloren hast, tut mir Leid. Ist aber verständlich, dass man sich in so einer Zeit auf nichts und niemanden mehr konzentrieren will.
Ich habe auch Kompensier-Maßnahmen entwickelt, nicht in dem Maße wie du, aber doch zwanghafte. Und ich denke, dass es mit den Todesfällen und Krankheiten in meiner Familie zu tun hat. Habe mich deswegen auch schon auf eine Warteliste eines Therapeuten setzen lassen.
Ja, es kann gut möglich sein, dass du die gleichen Ventile wie deine Mutter benutzt.
Was für ein Verhältnis hattest du denn zu deiner Mutter?

Liebe Grüße
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
verweht



Anmeldedatum: 27.01.2012
Beiträge: 121
Wohnort: germany

BeitragVerfasst am: 12.11.2014, 20:59    Titel: Antworten mit Zitat

@ K-K: Die Therapie ist ein Abstellgleis, genau wie die Psychiatrien. Ich könnt jedesmal aus der Haut fahren, weil dieses ganze Therapiegedöns so was von unehrlich ist, so aufgesetzt und angelernt.

Was ich hingegen viel wichtiger fände, wären konkrete Jugendangebote, auch für junge Erwachsene, wo auch Erlebnisse stattfinden (positive Erlebnisse), und nicht Hospitalismus und dieses Sitzungsblabla. Kunstkurse, Schweißkurse, Holzgestaltung, Kletterkurse und so.
Da gab es in den 90ern gute Einrichtungen, die leider zum Teil weggespart oder die Angebote eingestampft wurden (… weil die Gesellschaft ja soooooo ein Interesse an Hilfsangeboten hat (Zynismus Ende)).
Bilder malen, oder einfach chillen, oder nen Kanuausflug oder Tanzen oder oder oder, halt als Erlebnis und nicht Therapieprogramm nach Fersehheft. Wo auch in der Gruppe eine Atmosphäre von Respekt aufgebaut wird, ohne jemand "pädagogisch" zu gängeln oder den Gruppenleiter raushängen zu lassen, sowas ist tausendmal besser als Therapie, es ist eine Therapie, aber eine zwanglose, formlose, natürlich.

In solch einem Umfeld kann man auch besser Anschluß und eher mal jemand zum Quatschen finden, oder so. Ein Lagerfeuer ist immer besser als ein Therapeutenzimmer.

Das nennt man in der Heilpädagogik so schwülstig den "Normalisierungsansatz". Es steht was ganz einfaches Dahinter: Die Leute (das Klientel (den Begriff mag ich definitiv nicht)) eben NICHT ewig in den Problemen zu frittieren, was die Psychologie sehr gerne und ausdauernd macht.
Therapie ist ein Defizitansatz, in den "Fehlern" rum zu pulen, Normalisierung heißt Umgehen lernen und immer zu schauen, was ein Mensch besonders mag und kann. Das ist potentialorientiertes Vorgehen.

Gerade bei SVV ist es wichtig erst mal ein Selbstwertgefühl wieder auf zu bauen und das geht eben nur wenn man das Positive eines Menschen herausarbeitet und nicht seitenweise nur Negativanamnese betreibt.

@ Janine: Such Dir vielleicht eine Einrichtung, oder einen "Therapeuten" der mit dem Positivansatz arbeitet, zuerst zu fragen, was Dir die schönen Tage macht, was Du kannst und magst, und daran an zu knüpfen.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
claudd



Anmeldedatum: 18.06.2015
Beiträge: 18

BeitragVerfasst am: 29.06.2015, 23:03    Titel: Antworten mit Zitat

In so einer zeit können gute aber wirklich gute Freunde helfen !!!
_________________
Es ist fast wie im richtigen Leben... darum heißt das hier auch Erde und nicht Paradies.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Elternlos-Forum Foren-Übersicht -> Verlust der Mutter Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehe zu Seite 1, 2  Weiter
Seite 1 von 2

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht teilnehmen.


Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group
Deutsche Übersetzung von phpBB.de