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Meine Mama fehlt mir!

 
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Schneeglöckchen



Anmeldedatum: 23.03.2012
Beiträge: 1
Wohnort: Wuppertal

BeitragVerfasst am: 23.03.2012, 13:46    Titel: Meine Mama fehlt mir! Antworten mit Zitat

Meine Mama ist jetzt fast ein Jahr nicht mehr bei uns und auch wenn die Zeit so wahnsinnig schnell umgegangen ist, kommt es mir dennoch so vor als sei es gestern gewesen als ich mich von ihr verabschiedete und mit einem ,,hab dich lieb, bis morgen" aus ihrem Zimmer raus bin.

Meine Mama (52) war am 12.04.2011 beim Augenarzt weil Sie auf dem rechten Auge seit ein paar Wochen nur noch verschwommen sah. Der Augenarzt stellte mit irgend einem Gerät fest das sie im Bereich des Occipitallappen (hinterste teil des Großhirns, primäres Sehzentrum) etwas hat, was genau konnte er ihr nicht sagen, aber er lies sie sofort ins Krankenhaus einweisen.
Am abend erreichte mich dann der Anruf meiner Schwester das meine Mutter im Krankenhaus liegt, wegen der oben genannten Sache.
Ich hab mir für den nächsten Tag sofort frei genommen und bin zu ihr ins Krankenhaus. Nach den ersten Test mir Mrt und Ctg konnten die Ärzte ein Aneurysma oder Einblutung ausschließen und teilten meiner Mutter mit das es sich wohl um einen Hirntumor handeln würde.
Wir waren erst mals geschockt, keiner von uns sagte irgend etwas.
Am nächsten Tag sprach der Oberarzt mit meiner Mutter, meinen Geschwistern und mir und erklärte das meine Mutter am 15.04.2011 minimalinvasiv am Hinterkopf operiert werden sollte um eine Biopsie des Tumors vornehmen zu können. Meine Mutter willigte ein.

Der 15.04.2011 war gekommen und meine Mutter wurde operiert.
Die Op hat Sie soweit gut überstanden.
Am 21.04.2011 erhielten wir das Ergebniss der Biopsie
Kleinzelliges Bronchial Carzinom mit mehreren Hirnmetastasen.
Schock ! ! !
Meine Mutter wurde darauf hin in eine Lungenfachklinik verlegt, in der Sie dann auch die erste Chemotherapie mit Carboplatin und Etoposid am 28.04 bis zum 30.04 machte.
Die erste Chemo vertrug Sie gangz gut und durfte dann in der ersten Mai Woche nach Hause.
Die ersten Tage zuhause gingen gerade so, denn meine Mutter war bis Nachmittags immer alleine und meine Schwester (23) und mein Bruder (19) kamen erst gegen 17 Uhr.
Da ich gerade erst eine neue Stelle angefangen hatte und die Firma mich nicht auf Dauer für die Zeit der Pflege meiner Mutter freistellen konnte/wollte, haben mein Mann und ich entschieden, das ich kündige um für meine Mutter sorgen zu können.
Nach der ersten Woche zuhause, wurde meiner Mutter zur Strahlentherapie gegen die Metastasen im Hirn geraten, die machte sie, 15 Tage lang jeweils 3gy.
Danach ging es ihr sehr schlecht, Sie war sehr schlapp, schaffte es nicht sich alleine auf den Beinen zu halten und ich schaffte es nicht mehr alleine für sie zu sorgen, da die Wohnung meiner Mutter auch nur ein sehr kleines schlauchförmiges Bad hatte (Platz neben der badewanne 30cm, gleichzeitig durchgang zum Klo) hätte auch ein Rollstuhl keine abhilfe geschafft.
Da Sie so entkräftet war, sah ich keine andere Lösung und fuhr mit ihr am 21.05 wieder ins Krankenhaus, wo man Sie direkt da behielt da die Leukozytenwerte total im Keller waren.
Normalerweise hätte jetzt ihre 2 Chemo durchgeführt werden sollen, aber dadurch das es ihr so schlecht ging musste diese um 2 Wochen verschoben werden.
In den Wochen bis zur zweiten Chemo, ging es meiner Mutter zwischen durch so schlecht, sie wollte nicht essen und nicht trinken, nur schlafen. Zwischendurch halozinierte Sie und ich sagte meinen Geschwistern das wir uns darauf einstellen müssten das es bald zu Ende geht, den das war das was die Ärzte mir sagten!
Aber meine Mutter fing sich einige Tage vor der Chemo wieder, machte auch ihre Physiotherapie, damit sie irgendwann wieder hätte ohne Hilfe auf die Toilette hätte gehen können und trank fleißig kalorienreiche Nutrinahrung. Also beschlossen die Ärzte gemeinsam mit meiner Mam und mir das die Chemo am 09.06. mit nun nur 80% Carboplatin und 60% Etoposid im Vergleich zur Vorherigen Chemo durchgeführt wird.
Da meine Mutter nach der Chemo wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden sollte, sie aber noch zu schwach war um sich ohne Rollstuhl zu bewegen organisierte ich einen Kurzzeitpflegeplatz für meine Mama.
Für uns beide war das nicht die Optimal Lösung, aber anders ging es nicht und ich fühlte mich doch ein bisschen Beruhigter weil ich wusste das auch nachst für sie gesorgt wird wenn etwas ist.
Die nächsten Tage gingen vorbei, meine Mama war zwischendurch wieder dehydriert und fing an zu Hallozinieren, sie war dann wieder 2 Tage in der Klinik und kam dann wieder in die Kurzzeitpflege.
Sie aß wieder fleißig , vorallem Eis und Kuchen, eins von beiden brachte ich ihr im täglichen wechsel immer mit. Denn das essen in der Pflege war laut ihrer Ausssage ok, aber ihr fehlte was für zwischen durch.

Am 18.06.2011 war ich wie immer bei ihr. Es regnete und gewitterte und dann war plötzlich wieder sonne. ich passte eine regenfreiezeit ab und lief los um für meine Mam und mich Eis zuholen, 2Kugeln Erdbeereis mit Sahne für jeden. Meine Mutter hat sich darüber gefreut wie ein kleines Kind. Nach dem eis, legte sie sich etwas hin, ich legte mich zu ihr ins Bett und streichelte einfach nur ihre Hand. Das war das erste mal seit meiner Kindheit das ich bei meiner Mutter im Bett gelegen und gekuschelt hatte und hätte ich gewusst da es das letzte mal gewesen ist,wäre ich noch viel viel länger liegen geblieben.
Um 19:30 Uhr habe ich mich von Ihr verabschiedet, ihr gesagt das ich ihr morgen noch selbst gemachte Pizza mitbringen würde und das Sie schön schlafen solle. Ich sagte ihr seit der Op am 15.04 jedes mal wenn ich ging das Ich Sie lieb habe und sie sagte dann immer ich dich auch, bis morgen!
Diesemal sagte ich ihr wieder das ich sie lieb habe und Sie sagte mir auch das Sie mich lieb hatte, aber das ,, bis morgen" fehlte.
Am 19.06.2011 klingelte um 7:40 Uhr das Telefon, ich sah keine Nummer aber ich wusste was passiert war. Die Dame vom Pflegepersonal sagte mir das meine Mutter gerade eben verstorben ist.

Seit dem ist nichts mehr wie es war, meine Mutter fehlt an allen Ecken und Kanten.
Gerade jetzt wo ich schwanger bin und in noch nichtmal mehr 7Wochen mein erstes Kind zur Welt bringe, merke ich immer mehr wie sehr mir meine Mutter fehlt und wie traurig ich darüber bin das Sie das alles nicht mehr miterleben durfte.
Aber ich weiß auch das meine Mutter nicht leiden musste und friedlich eingeschlafen ist, das dass manchmal mehr bedeutet als ein längeres Leben mit viel Leid und Quälerei und ich bin froh und stolz darauf so eine Mutter wie Sie gehabt zuhaben. Sie war immer für mich da egal wiviel scheiße ich gebaut habe und Sie war mir immer ein Vorbild und so werde ich es auch für meinen kleinen sein.

R.I.P
Mama 1958-2011
Love forever
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Lilofee



Anmeldedatum: 29.04.2010
Beiträge: 4

BeitragVerfasst am: 24.03.2012, 09:39    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Schneeglöckchen

Das ist eine ganz schön traurige Geschichte, die du da erzählst. Es ist immer schwer eine geliebte Person zu verlieren, und gerade für eine Frau ist die Mutter doch oft die wichtigste Bezugsperson. Es ist für jeden Menschen die erste Person, die man kennt, quasi ein Teil von sich selbst...
Ist ziemlich erschreckend, wie schnell das manchmal gehen kann, die Zeit von einer Diagnosestellung bis zum Tod. Aber es hat für deine Mutter sicher etwas Gutes: Sie musste nicht lange leiden. Und ich bin sicher, dass sie stolz ist auf ihre Kinder, dass ihr diese Situation so gut gemeistert habt. Und garantiert freut sie sich auch total - wo auch immer sie jetzt ist - dass du schwanger bist und sie ein Enkelkind bekommt.
Es sind die Zurückbleibenden, die trauern und merken wo eine Person überall fehlt. Und es sind die Zurückbleibenden, die versuchen müssen damit klar zu kommen. Auch wenn es noch nache Jahrzehnten schmerzt, dass diese Person nicht mehr da ist.
Lass es zu, dass du traurig bist. Lass es zu, dass du ihre Nähe vermisst. Lass es zu, dass du dich erinnerst, auch wenn es manchmal weh tut. Aber lass auch das Wissen zu, dass es irgendwie und unbegreiflicherweise gut so ist, wie es ist. Es hat alles einen Sinn, auch wenn wir ihn nicht verstehen können oder verstehen wollen.
Wie du schon sagst, sei deinem Kind eine ebenso gute oder sogar noch bessere Mutter, als du sie hattest. Und sag deinem Kind, wie du es während der Krankheit deiner Mutter gemacht hast, jeden Tag, wie sehr du es lieb hast.
Ganz viel Kraft in dieser Zeit! =)
_________________
Die Sonne scheint immer, auch wenn wir manchmal nur die Wolken sehen können.
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K-K



Anmeldedatum: 15.01.2011
Beiträge: 102

BeitragVerfasst am: 24.03.2012, 21:03    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Schneeglöckchen,

mein Beileid!
Meine Mama ist auch vor fast 1,5 Jahren gestorben. Ich kann nachvollziehen, wie es dir geht!
Und ich weiß, was du meinst, wenn du sagst, dass man es manchmal nicht begreifen kann, wie die Zeit so vergehen konnnte...ohne sie.
Eines der letzten Dinge, die ich ihr gesagt habe, war auch "wir haben dich lieb". Es war glaub ich sogar wirklich das letzte, was ich zu ihr gesagt habe, kurz vor ihrem Tod - und kurz nachdem wir von den Ärzten gehört haben, dass sie bald sterben wird...
Meine Mutter war noch keine 50, sie wäre 49 geworden, einen Monat nach ihrem Tod. Es ist so traurig, dass manche Menschen so wenig Zeit hier auf der Erde hatten.
Meine Mutter hatte auch Krebs. Ich kenne das, wenn die eigene Mutter fast zu schwach ist, alleine auf die Toilette zu gehen. Man fühlt sich plötzlich so hilflos...man kannte so eine Situation vorher nicht. Vorher war die eigene Mutter so stark und fit und gesund...und dann plötzlich diese Diagnose und diese belastene Therapie und alles.
Ja, es war echt schön, wenn sich die eigene Mutter über Kleinigkeiten freute. Meine Mutter war auch oft zu schwach etwas zu essen und dann hat sie sich einmal sehr gefreut, als sie ein sehr proteinhaltiges Shake fast ganz leer getrunken hatte...sowas freute einen selbst dann auch sehr. Dieser Blick von ihr...Stolz, etwas geschafft zu haben. Das werde ich nie vergessen.

Ich kann das nachvollziehen, dass du traurig bist, dass deine Mum nicht dabei sein wird, wenn dein Kind auf die Welt kommt. Das ist ja etwas, was man zusammen mit der eigenen Mutter erleben möchte. Das gleiche hat sie ja auch erlebt - mit dir. Ich hätte mir das auch gewünscht, auch wenn ich selbst noch kein Kind habe. Aber ich denke, so etwas wünscht sich jedes Mädchen..dass die eigene Mum dabei ist bei der Geburt oder einem beisteht nach der Geburt und wertvolle Tipps geben kann.

Ich wünsche dir alles Gute! Und auch deinem Kleinem!
Liebe Grüße
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