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meine über alles geliebte Mama ist tot-ich weiß nicht weiter

 
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3engelchen



Anmeldedatum: 01.05.2011
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 01.05.2011, 15:26    Titel: meine über alles geliebte Mama ist tot-ich weiß nicht weiter Antworten mit Zitat

hi an alle,

ich bin auf dieses forum gestoßen weil ich nach hilfe im netz gesucht habe. denn ich weiß nicht, wie ich mit dem tod meiner lieben mama umgehen soll.
meine mama war 8 jahre lang an der schlimmsten form von krebs erkrankt. die ärzte meinten damals, dass man damit, wenn alle medizin anschlägt, so ca.5-6 jahre damit leben kann.
meine mama hat 8 jahre gekämpft, hat jede chemo bekommen, die es gibt, hat alles erduldet, über sich ergehen lassen.
es sah schon oft sehr ernst aus, doch jedesmal hat sie gekämpft wie ein löwe und hat es wieder für eine kurze zeit geschafft.
nun, am 14.04.2011 habe ich noch mit ihr vormittags telefoniert. gg. 15:00 uhr rief mein papa an, mama ginge es schlecht, mama sei nicht mehr ansprechbar, verwirrt, er ruft den krankenwagen. ich hatte gerade zuvor der nachhilfelehrerin angesagt, keine ahnung warum, hatte irgendwie so ein gefühl... war es vorahnung!?!?!?
ich schnappte mir zwei meiner 3 kinder und fuhr zu meinen eltern. die kinder schickte ich in die küche, sodass sie nichts weiter mitbekamen.
dann kam der notarzt. während die rettungskräfte da waren und meine mama behandelten, sagte meine mama, obwohl sie abwesend war, dass sie sterben würde. ab da hatte ich ein ungutes gefühl, denn das hatte sie noch nie gesagt.
mein papa fuhr hinterher und sagte dann per telefon, die ärzte machen erst tests.... wir müssen morgen abwarten.
am nächsten tag waren wir mittags im krankenhaus. meine mama war wieder ansprechbar aber es fiel ihr schwer sich zu konzentrieren. ich dachte dann, es würde aufwärts gehen - wie immer halt.
mein papa und ich hatten dann ein gespräch mit der oberärztin. sie sagte uns dann, dass der krebs im ganzen körper sei. die nieren funktionierten schon nicht mehr, es war blut im urin. die ärztin sagte auch, mama habe massive blutungen im darm. dann kam der hammer: sie sagte, sie würde es nicht schaffen, es würde zum multiplen organversagen kommen.
mein papa und ich haben dann geweint, waren fertig mit der welt.
die ärztin wollte aber nichts unversucht lassen und noch eine chemo versuchen. das war unser strohhalm !!!!!!
wir gingen dann wieder zu mama ins zimmer und sie fragte uns, was denn die ärztin gesagt hätte. wir sagten, dass sie eine chemo bekäme.
aber mama wusste, dass es ernst war. mama sagte meinem papa !stimmt´s, es ist ernst.... ich glaube diesmal schaffe ich es nicht...!"
dann weinten mein papa und meine mama. ich erkannte, dass meine mama sehr große angst hatte. nach einigen mutmachveruschen gingen wir dann. mama solle sich ausruhen und wir würden dann gleich wieder kommen. mama nahm ihre hand und streichelte meine wange und sagte "meine gute, ich habe dich so lieb!" so tat sie es immer. das selbe sagte ich ihr.
dann gingen wir erstmal und ich rief meine schwestern an. sie kamen dann noch am selben abend von berlin und thüringen. wir trafen uns dann abends/nachts noch im krankenhaus. mama erkannte uns an diesem abend noch, sagte noch ein paar worte. aber das atmen fiel ihr schon sehr schwer, ihr rechtes auge war blutunterlaufen....blut tropfte aus ihrem ohrläppchen.
es war so schlimm, sie so zu sehen.
dann sah ich, dass kein chemotropf angeschlossen war.
da war mir alles klar. ich fragte die schwester, warum und sie sagte mir dann, dass sich die ärztin abends doch gegen eine chemo entschieden hat, weil es mama schon zu schlecht dafür ging. es hätte nichts mehr geholfen.
irgendwann nachts fuhren wir dann erstmal n.hause in der hoffnung, sie morgen wieder zu sehen.
am nächsten morgen waren wir dann wieder bei ihr, doch sie bekam schon morphium, war nicht mehr ansprechbar.
wir waren alle da, mein papa und wir 3 mädels.
wir sagten ihr immerwieder, dass wir da sind, sie nicht alleine lassen.
wir waren den ganzen tag da, sahen sie kämpfen und sich quälen. es war so schrecklich.
am abend gg. 22.00 uhr fuhr meine schwester mit meinem papa n-h., denn er brach fast zusammen (er ist selbst auch seit 20 jahren krebskrank).
nur meine jüngere schwester und ich blieben bei mama, wir wollten sie nicht alleine lassen. wir sahen, wie ihr atmen immer schwerer wurde. wir sagten dann, sie solle nicht mehr kämpfen, sie solle friedlich einschlafen. wir sagten auch immer wieder, was für eine tolle mama sie ist, wie sehr wir sie lieb haben, wir sehr ihre enkel sie lieben.....
dann ging es sehr schnell und gg. 23:30 uhr ist sie dann gestorben. sie hat gekämpft bis zum schluss.
ich habe gezittert vor schock und trauer. meine schwester und ich brachen in tränen aus, riefen unseren papa und alle anderen an. wir küssten unsere mama, sagten immer wieder wie sehr wir sie lieben, streichelten ihr haar und ihre hände, wie schon die ganze zeit zuvor.
dann holten wir die schwester und die ärztin.
als mein papa und meine ältere schwester dann sofort kamen, brach mein papa zusammen. es war so schwer, so unendlich traurig, unfassbar.
seit dem stelle ich mir immer wieder 1000.... fragen:
warum muss ein mensch so viel durchmachen?
warum musste sie so sehr leiden?
warum meine mama?
war es falsch, dass ich und meine schwester bis zum tod bei ihr waren (denn sie wollte nie, dass wir sie mal so sehen)?
wie geht es ohne meine mama weiter?
wie soll ich meinem papa helfen?
wie soll ich mit dem verlust fertig werden?
................................

am 29.04.2011 ist meine mama beigesetzt worden. das war der horror.
ich kann seit dem tod meiner mama nicht mehr richig schlafen, träume von ihr. träume verschiedene tode meiner mama durch.
denke immer wieder daran, wie sie meine wange streichelte im krankenhaus und sagte, wie lieb sie mich hat.
ich denke so viel in so vielen situationen an meine mama.
wenn ich meine kinder streichel, denke ich, wie ich mama´s haare und hände im krankenhaus gestreichelt habe. wenn ich nachts meinen partner schwer atmen/ schnarchen höre, denke ich an das schwere atmen meiner mama.
oft, wenn ich meine mama mal spüren würde wollen, dann streichel ich meine wange und mache meine augen zu. dann denke ich, meine mama würde mich streicheln..........
es ist so unendlich schwer, ich weiß nicht ,wie ich mit dem tod meiner über alles geliebten mama und mit dem erlebten umgehen soll. ich habe die ersten tage mit meinem partner geredet und geweint, aber das will ich nicht mehr. ich will nicht mehr darüber reden, will nicht, dass er mich in den arm nimmt. ich will nicht weinen ! ist das normal????
wie soll es bloß weitergehen? ich weiss nicht weiter.....
ich muss doch stark sein für meine 3 kinder.

LG Diana Weinen
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elifanto



Anmeldedatum: 29.07.2007
Beiträge: 140

BeitragVerfasst am: 02.05.2011, 21:04    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Diana,

habe gerade deinen Beitrag gelesen und es hat mich stark an den Tod von meiner Mama erinnert.
Erstmal herzliches Beileid...
Ich kann gut verstehn wie du dich fühlst, meine Mama ist auch an Krebs gestorben aber schon vor 4 Jahren.
Ich denke das du dabei warst, war sehr gut. Ich bin mittlerweilen sehr froh das ich dabei war! Schön das ihr euch auch verabschieden konntet. Zu deiner Frage " denn sie wollte nie, dass wir sie mal so sehen ", ich denke keine Mama mag das ihre Kinder sie so sehen. Aber im Endefekt denk ich waren unsre Mamas froh das sie nicht alleine den Weg über die Regenbrücke gehn mussten.
Schön das du hier auch ins Forum gefunden hast, mir hat es die letzten Jahre sehr viel geholfen!!
Ob man das jemals verarbeiten kann weiß ich nicht, aber reden bzw drüber schreiben, kann einem sehr viel Last abnehmen..
Fühl dich gedrückt!
_________________
Du bleibst immer in meinem Herzen
MAMA *1964-2007
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K-K



Anmeldedatum: 15.01.2011
Beiträge: 102

BeitragVerfasst am: 03.05.2011, 01:01    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Diana,

es tut mir wirklich sehr Leid mit deiner Mutter.
Diese Krankheit nimmt so vielen Menschen das Leben...
Auch meine Mama war so tapfer während der ganzen Krankheit - und hat es doch nicht überlebt.
Ich finde es sehr wichtig, dass man diese Menschen während der Krankheit unterstützt und ihnen Mut macht. Man kämpft zusammen. Ich bin auch froh, dass ich beim Tod meiner Mum dabei war. Zusammen mit meinem Vater und meinem Bruder.
Eine Mutter ist sowas wichtiges.
Ich kann mir vorstellen, dass das alles für dich nicht leicht zu verarbeiten ist. Ist es sicherlich für niemanden. Du wirst es schaffen! Deine Mutter ist in dir drin! Sie lebt weiter, in euch. Mit ihrer Löwenkraft.

Ich habe größten Respekt vor jedem, der diese Krankheit durchgemacht hat. Und auch vor jedem, der diesen Personen beigestanden ist.

Es tut mir wirklich Leid, was du mit ansehen musstest.
Ich kann es dir nicht sagen, warum Menschen so etwas durchmachen müssen. Ich wünschte, es wäre nicht so.
Ich denke nicht, dass es falsch war bis zum Ende bei ihr geblieben zu sein.
Ich hoffe für euch und deinem Vater (auch gesundheitlich) das beste.

Ich selbst habe bisher keine Therapie angefangen. Aber vielleicht hilft dir so etwas ja?
Mir haben vor allem meine besten Freunde in der schwierigen Zeit geholfen (und tun es immernoch).

Was mich sehr belastet hat, war der Anblick von ihr in der Grabzelle vor der Beisetzung. Ich habe ihn z.T. so verarbeitet, indem ich einen kleinen Altar in meinem Zimmer für sie aufgestellt habe mit Fotos und Sachen von ihr und ich habe ihr einen Brief geschrieben in dem stand, wie schlimm das für mich war.

Nimm dir eine Auszeit, wenn du das brauchst. Andere brauchen Arbeit um sich abzulenken. Das muss jeder für sich sehen, wie es einem gut tut.

Viele Grüße
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