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Die verbotene Stadt

 
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verweht



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BeitragVerfasst am: 28.10.2014, 02:44    Titel: Die verbotene Stadt Antworten mit Zitat

Ich schreibe das hier für die, die nichts mit der Stadt der Toten zu tun haben.
Wenn man jemand verstehen will, der jemand an den Tod verloren hat, dann muß man bereit sein, sich mit dieser Innenwelt des Betroffenen zu beschäftigen. Und diese Innenwelt ist nicht sehr schön. Das ehrliche Zuhören ist ganz wichtig, sich diesen schwarzen Palast in ein Bild zu verwandeln.
Wenn man jemand helfen will, also bei ihm sein, in dieser Welt "danach", dann muß man wenigstens wissen wie die Innenlogik aussieht, wenn der Tod unterbewusster Alltag ist.
Und für jemand, der den Tod noch nicht vor sich hatte und einen Betroffenen verstehen will, wird es nicht ausblieben, die Vorstellung "Tod" an sich ran zu lassen, bis zur Kammer der eigenen tiefen Ängste.
Und dann kann man auch diese ganzen Dinge nachvollziehen, wenn sich jemand abschottet, oder stumm wird, oder aggressiv oder depressiv oder gereizt… .
Wenn man sich als Nicht - Betroffener ganz tief in die Vorstellung versenkt, morgen früh auf zu wachen, und die Eltern sind nicht mehr, dann gibt das eine Ahnung von dem, wie es ist, wenn das Wirklichkeit ist. Den Elternteil, zu dem die Bindung am stärksten ist, ansehen und sich sagen: Sarg oder Asche, - dann kann auch ein Nicht - Betroffener eine Ahnung bekommen, wenn die bloße Vorstellung schon fürchterlich ist, wie es ein muß, wenn genau das eingetreten ist.
Und wenn man jemand helfen will, also ihn verstehen, wenigstens grob, dann wird man nicht umhin kommen, sich mit ganz fürchterlichen Vorstellungen vertraut machen zu müssen.
Der Tod ist für Nicht - Betroffene im Alltag ganz weit weg, etwas Abstraktes, mit dem man nicht viel, und schon gar nicht gerne etwas verbindet. Für den Betroffenen ist er eine buchstäblich familiäre Bezugsgröße.
Freundschaft und Beziehung bekommen hier eine ganz andere Anforderung und eine ganz andere menschliche Tiefe, wenn es um diesen Weg geht, das Fürchterliche an sich ran kommen lassen zu wollen um den anderen ansatzweise zu verstehen.
Da stellt sich dann die Frage: Was ist mir wichtig: Den anderen zu verstehen, oder die eigenen Ängste und den Schrecken des bloßen Gedankens (es ist ja dann nur ein Gedanke und nicht mehr) zu vermeiden.
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